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Marinehaus Märkisches Museum

Baujournal

Der Blog zu den (Um-)Bauarbeiten am Köllnischen Park









  • Bild: Marinehaus (links) und Märkisches Museum (rechts) © Stiftung Stadtmuseum Berlin, Foto: Luca Girardini

Neueste Beiträge

  • Bild: © Stiftung Stadtmuseum Berlin, Foto: Luca Girardini
Bauen, Marinehaus

Historische Hülle

Fotogalerie: Das entkernte Marinehaus 19. März 2026 — mit Fotos von Luca Girardini
  • Bild: Im Keller des Märkischen Museums © Stiftung Stadtmuseum Berlin, Foto: Luca Girardini
Bauen, Märkisches Museum, Marinehaus

Der Kosmos Baustelle

Eine Annäherung 25. Februar 2026 — Judith Jenner



  • Bild: Pfeiler stützen das entkernte Marinehaus © Stiftung Stadtmuseum Berlin, Foto: Luca Girardini



Bauen, Marinehaus

Historische Hülle

Fotogalerie: Das entkernte Marinehaus 19. März 2026 — mit Fotos von Luca Girardini

Im entkernten Marinehaus treffen Spuren der Vergangenheit auf Visionen für die Zukunft. Bilder der Baustelle zeigen, wie Umbauten und Leerstand das Haus verändert haben. Zugleich zeichnet sich ab, wohin sich der Bau in Zukunft entwickeln wird.



  • Bild: © Stiftung Stadtmuseum Berlin, Foto: Luca Girardini

Der Saalbau ist das Herzstück des Marinehauses. Im Laufe der Jahre wurde er mit Zwischendecken in Bürogeschosse unterteilt. Der aktuelle Umbau stellt die großzügige Wirkung mit durchgehenden Fenstern wieder her.

  • Bild: © Stiftung Stadtmuseum Berlin, Foto: Luca Girardini

Fast 30 Jahre Leerstand haben im inzwischen komplett entkernten Marinehaus ihre Spuren hinterlassen. Graffiti zeigen an, wo sich früher die Etagen befanden.



  • Bild: © Stiftung Stadtmuseum Berlin, Foto: Luca Girardini

Große Bogenfenster über mehrere Geschosse fluten den Saalbau mit Tageslicht. Auch nach Abschluss der Bauarbeiten werden die Fenster im Foyerbereich in voller Höhe sichtbar bleiben.

  • Bild: © Stiftung Stadtmuseum Berlin, Foto: Luca Girardini

Erd– und Untergeschoss sind zurzeit nicht mehr durch eine Bodenplatte getrennt.

  • Bild: © Stiftung Stadtmuseum Berlin, Foto: Luca Girardini

Unter der abgebrochenen Bodenplatte treten umfangreiche historische Fundamente hervor. Während der Bauarbeiten werden Details durch Holz geschützt.

  • Bild: © Stiftung Stadtmuseum Berlin, Foto: Luca Girardini

Auf die Gitterstruktur aus Bewehrungsstahl wird Beton gegossen. So entsteht ein stabiler Untergrund für den späteren Bodenbelag. Bis zu acht Meter tiefe Pfähle verankern das Marinehaus im Boden.

  • Bild: © Stiftung Stadtmuseum Berlin, Foto: Luca Girardini

Auch nach dem Umbau wird die rohe Backsteinstruktur sichtbar bleiben und einen rauen Kontrast zu den Holz- und Betonelementen der neuen Einbauten bilden.

  • Bild: © Stiftung Stadtmuseum Berlin, Foto: Luca Girardini

Ein kleiner Raum mit besonderer Form. An diesen Wänden fand das Bauteam eine Bildergalerie, die inzwischen abgehängt ist. Sie zeigt, dass auch in Zeiten des Leerstands Menschen im Marinehaus kreativ waren.

  • Bild: © Stiftung Stadtmuseum Berlin, Foto: Luca Girardini

Im Treppenhaus (links) wurden für die Sanierung der Wände die historischen Wandpaneele und das historische Geländer entfernt.

  • Bild: © Stiftung Stadtmuseum Berlin, Foto: Luca Girardini

Das Treppenhaus im Seitenflügel zeigt an den Decken die Reste historischen Stucks. Weil sie stark zersetzt waren, hat das Bauteam die Treppenstufen aus Holz entfernt.

  • Bild: © Stiftung Stadtmuseum Berlin, Foto: Anne Preussel

Dekorative Fliesen im Eingangsbereich des historischen Treppenhauses werden restauratorisch aufgearbeitet und vermitteln auch nach dem Umbau den Charme der Entstehungszeit.

  • Bild: © Stiftung Stadtmuseum Berlin, Foto: Luca Girardini

Die Holzverkleidung des Dachs dient als Wetterschutz während der Bauzeit. Auch nach dem Umbau wird ganz oben im Veranstaltungssaal das historische Dachtragwerk sichtbar bleiben.

  • Bild: © Stiftung Stadtmuseum Berlin, Foto: Luca Girardini

Rote Absperrungen warnen die Arbeiter:innen während der Bauzeit vor Gefahren. Über eine Seilwinde werden Baumaterial und Werkzeug transportiert.

  • Bild: © Stiftung Stadtmuseum Berlin, Foto: Luca Girardini

Die freigelegten ehemaligen Deckenbalken zeigen die frühere Geschosshöhe dieses Raumes im Seitenflügel. Für die geänderte Raumhöhe werden die Fenster (Bildmitte) versetzt.





  • Bild: Der bisherige Eingang des Märkischen Museum © Stiftung Stadtmuseum Berlin, Foto: Luca Girardini



Bauen, Märkisches Museum, Marinehaus

Der Kosmos Baustelle

Eine Annäherung 25. Februar 2026 — Judith Jenner

Die Sanierung des Märkischen Museum und des Marinehaus schreitet voran. Zwischen Staub, Maschinenlärm und matschigen Wegen lassen sich erste Räume erahnen. Eine Annäherung an den Kosmos Baustelle.

  • Bild: © Stiftung Stadtmuseum Berlin, Foto: Luca Girardini

Marinehaus (links) und Märkisches Museum (rechts) © Luca Girardini

Das Märkische Museum liegt mitten in Berlin und doch ein wenig versteckt. Von der Jannowitzbrücke führt der Weg an der chinesischen Botschaft vorbei in die Wallstraße hinein und weiter entlang an der Spree. Sobald der Fluss eine leichte Biegung nimmt, öffnet sich der Blick auf die große Baustelle. Der Backsteinbau mit seinem markanten Turm, den viele für eine Kirche halten, erhebt sich massiv.

Gegenüber, am Köllnischen Park, wird die Außenwand des Marinehauses durch eine schwere Stahlkonstruktion gestützt – beide Gebäude gehören zur Stiftung Stadtmuseum Berlin. Zäune, Schranken und ein Drehkreuz sichern das Areal.

Um die Bauarbeiten aus der Nähe zu betrachten, müssen Besucher:innen vorab angemeldet sein und sich an einem weißen Container ausweisen. Auch hinter dem Bauzaun gelten strenge Sicherheitsregeln: Helm, Weste und schwere Arbeitsschuhe sind Pflicht – ebenso für die Mitarbeiterinnen der Stiftung, denen die Baureferentin des Stadtmuseums Berlin, Isabelle Nispel, den Fortschritt der Arbeiten zeigt.

In voller Schutzmontur geht es in den ersten Hof des Märkischen Museums. „Hier wird später der neue Eingang sein“, erklärt Isabelle Nispel. Ein Grund für die Verlegung in den Innenhof ist die zukünftige barrierefreie Erschließung, ein zentraler Bestandteil des Umbaukonzeptes von SSP Rüthnick Architekten. So sollen Menschen mit Kinderwagen, Rollstühlen oder Rollatoren künftig ebenerdig, oder über einen Aufzug alle Räume erreichen können.

Fest verankert

  • Bild: © Stiftung Stadtmuseum Berlin, Foto: Luca Girardini

Im Keller des Märkischen Museums © Luca Girardini

Weiter geht es in den Keller. Es staubt und dröhnt, während ein großer Bohrer stabile Pfähle in den Boden treibt. Wegen der Nähe zur Spree ruhen das Märkische Museum und das Marinehaus auf bis zu acht Meter langen Pfählen. Damit der Keller künftig trocken ist und dem spreenahen Grundwasser standhält, wurde im Märkischen Museum zusätzlich eine abdichtende Konstruktion aus Stahlwänden und wasserundurchlässigem Beton hergestellt.

Eine Treppe führt anschließend nach oben, vorbei an in Holz „verpackten“ Spolien* in den Turm des Märkischen Museums. Tageslicht fällt durch das runde Ornament-Fenster, und der Blick über die Stadt ist beeindruckend. Nach der Wiedereröffnung sollen auch Besucher:innen diese Aussicht genießen können.



Direkt gegenüber: das Marinehaus

  • Bild: © Stiftung Stadtmuseum Berlin, Foto: Luca Girardini

Das Marinehaus ist entkernt © Luca Girardini

Auf der gegenüberliegenden Seite der gesperrten Straße Am Köllnischen Park steht das Marinehaus. Das Vorderhaus des mehrgeschossigen Gebäudes ist nur noch eine Hülle, die außen durch schwere Stahlkonstruktionen gehalten wird. „Sonst würde es wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen“, erklärt Isabelle Nispel.

Während das Märkische Museum mit seinen unterschiedlichen Baustilen fast labyrinthartig wirkt, ist das Marinehaus in seinem jetzigen Zustand eine große offene Fläche. Eigentlich gilt auf einer Baustelle die klare Regel: Immer auf den Weg schauen und niemals rückwärtsgehen. Doch das fällt schwer. Der Blick reicht vom Keller bis unters Dach. Bunte Graffiti lassen erahnen, wo einst die Geschosse waren. Mehr als 30 Jahre stand das Gebäude leer, wurde als Lost Place zur Spielwiese für Street-Art-Künstler:innen.

Über Bewehrungsstahl geht es im Storchenschritt durch das Erdgeschoss ins schummrige Treppenhaus an der Gebäuderückseite. Im Wettbewerb konnte sich der Entwurf des dänischen Architekturbüros ADEPT durchsetzen, der eine mehrstöckige Haus-im-Haus-Konstruktion für das entkernte Marinehaus vorsieht. Es soll in Zukunft als Kulturzentrum mit Veranstaltungsräumen, einem Theater, Werkstätten, einem Café und Künstler:innen-Studios die künstlerische Auseinandersetzung mit unserer Stadt fördern.

Bis sich Märkisches Museum und Marinehaus wieder mit kulturellem Leben füllen, liegen noch einige (Um-)Bauarbeiten vor uns. Dieser Blog wird sie begleiten.



*Gut zu wissen: Was sind Spolien?

Als Spolien bezeichnet man Bauteile, die an anderer Stelle verbaut waren und an einem neuen Ort wiederverwendet werden. Klassische Beispiele für Spolien sind Reliefs oder Säulen.



Über die Autorin

Judith Jenner ist freie Journalistin aus Berlin. Sie schreibt schwerpunktmäßig über Architektur, Bauen und Stadtentwicklung. Besonders interessieren sie die Menschen und Geschichten, die hinter Bauprojekten stecken.

  • Bild: Im Turm des Märkischen Museums © Stiftung Stadtmuseum Berlin, Foto: Luca Girardini

FAQs zur Baustelle

Warum ist die Sanierung notwendig?

Das Märkische Museum am Köllnischen Park – Stammhaus der Stiftung Stadtmuseum Berlin – wurde 1908 als hochmodernes Museum eröffnet. Zur damaligen Zeit war Barrierefreiheit noch kein Thema, und es gab ganz andere Museumskonzepte als heute. Durch den Umbau nach dem Entwurf von SSP Rüthnick Architekten soll sich das Gebäude für alle Besucher:innen öffnen, auch für Menschen in Rollstühlen oder im Kinderwagen. Zudem muss es technisch und baulich ertüchtigt werden. So werden Licht- und Verdunklungstechnik erneuert und der Turm wird erstmals dauerhaft für Besucher:innen erschlossen.

Noch tiefgreifender sind die Baumaßnahmen im Marinehaus. Das Gebäude stand über 30 Jahre leer und hat in seiner Geschichte verschiedene Umnutzungen und Umbauten erlebt. So wurden 1970 während der Nutzungszeit des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) Zwischendecken in den Saalbau eingezogen. Während des Umbaus wird das Vorderhaus nun entkernt. Nur die Außenhülle bleibt bestehen. Innen wird eine mehrstöckige Haus-im-Haus-Konstruktion aus Holz nach den Plänen des dänischen Architekturbüros ADEPT eingebaut, deren Entwurf sich in einem Wettbewerb durchsetzen konnte.

Wie sollen die Gebäude in Zukunft genutzt werden?

Am künstlerischen Konzept beider Häuser wird gearbeitet. Im Märkischen Museum werden die Präsentationen grundlegend erneuert. Dauer- wie Wechselausstellungen werden mit den bedeutenden Sammlungen der Stiftung Stadtmuseum Berlin ebenso arbeiten wie mit Medien und neuen Formen musealen Erzählens. Das Marinehaus soll ein Kulturzentrum und kreatives Wohnzimmer für ganz Berlin werden: mit großem Veranstaltungsaal, eigenem Theater, Künstler:innen-Studios, verschiedenen Werkstätten und Gastronomie.

Wer bezahlt den Umbau?

Die Finanzierung erfolgt durch die Bundesrepublik Deutschland (durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages, das Land Berlin sowie die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin. Zuständig für die Baumaßnahmen ist die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH als Bauherrenvertretung, während die Stiftung Stadtmuseum Berlin als Nutzerin für die inhaltliche und künstlerische Gestaltung der beiden Orte zuständig ist.

Wann ist die Eröffnung geplant?

Momentan ist eine Wiedereröffnung des Märkischen Museum und des Marinehaus für 2029 vorgesehen.

  • Bild: Im Marinehaus © Stiftung Stadtmuseum Berlin, Foto: Luca Girardini



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19. März 2026 — Fotos von Luca Girardini
25. Februar 2026 — Judith Jenner